Ein duales Studium im grundständigen und im weiterführenden Studienbereich ist ohne die explizite Förderung durch den Arbeitgeber eher die Ausnahme.

Häufig werden duale Studienprogramme als Angebote großer Unternehmen, die nicht selten im internationalen Wettbewerb bestehen müssen, ins Leben gerufen. Kooperationen zwischen bestehenden Hochschulen und regionalen großen Arbeitgebern sind verbreitete Modelle, die ein duales Studium für den künftigen Fachkräfte- und Führungsnachwuchs ermöglichen.

Ergänzend zu diesen Organisationsformen stehen den Studieninteressierten spezialisierte duale Hochschulen und Akademien mit einem spezialisierten Studienspektrum zur Wahl.

Duale Hochschulen als Ausdruck des restrukturierten Hochschulsystems

Vorwiegend Fachhochschulen, aber auch Berufsakademien und einige konfessionelle sowie auf bestimmte Branchen fokussierte Hochschulen haben sich an die Forderung der Wirtschaft nach verkürzten Ausbildungszeiten und einen höheren Praxisbezug für Fachkräfte der unteren bis mittleren Führungsebenen angepasst. Die dualen Hochschulen reagieren mit ihrem zum Teil breitgefächerten Angebot an Studiengängen auch auf die Nachfrage nach Ausbildungsmodellen, die Studierenden eine erleichterte internationale Mobilität erlauben.

Duale Studiengänge kombinieren die Vorteile der dualen Berufsausbildung in Deutschland mit den Anforderungen des globalisierten Arbeitsmarktes, der gut ausgebildeten Fachkräften mit akademisch geschulter Methodenkompetenz gute Chance bietet.

Die häufige Übernahme von Absolventinnen und Absolventen durch die Unternehmen, die für den berufspraktischen Teil des dualen Studiums verantwortlich waren, sind ein deutlicher Hinweis auf den gewandelten Bedarf des Arbeitsmarktes an praxisorientierten Hochschulabsolventinnen und -absolventen.

Ebenso ist die enge Beziehung zwischen dualen Hochschulen, die häufig an mehreren Standorten ihre Bildungsangebote zur Verfügung stellen, und Unternehmen ein Indiz für eine veränderte gesellschaftliche Bewertung des Faktors Ausbildung für das Gemeinwesen. Die regionale Bindung von Unternehmen und Hochschulen mit dualen Studienangeboten bilden zudem einen wichtigen Standortfaktor für Städte und Gemeinden.

Synergien in viele Richtungen

Zum Teil wird das duale Studium an Berufsakademien oder privaten beziehungsweise öffentlichen Hochschulen, die eine enge Partnerschaft mit großen Unternehmen pflegen, durchgeführt. In diesen Konstellationen entstehen viele Synergien für alle Beteiligten. Die Unternehmen, die oft eine zentrale Rolle als regionale Wirtschaftsfaktoren darstellen, profitieren vom wissenschaftlichen Know-how der Hochschulen und der effizienten Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte.

Die dualen Hochschulen können sich mit Hilfe der Unternehmen innovative Studienprogramme leisten und in Kooperationen bedeutende Projekte lancieren. Für die Studierenden ist die qualifizierte Hochschulausbildung mit hoher Praxisrelevanz ein gutes Argument, das auf dem Arbeitsmarkt seine positive Wirkung entfaltet. Darüber hinaus ist das duale Studium innerhalb dieser Interessenkoalition auch eine Form der internen Weiterbildung für die ortsansässigen Unternehmen, die eigene Akademien unterhalten.

Dieser Aspekt ist besonders für die umgebende Region relevant, die sich als angesehener Wirtschaftsstandort mit hohen Steuereinnahmen und einem guten Ruf bei hochqualifizierten Fachkräften profilieren kann.

Auswahl dualer Hochschulen in Deutschland

Zu den Hochschulen, die sich auf das duale Studium spezialisiert haben und die mehrere duale Programme anbieten, zählen unter anderem diese Hochschulen:

  • Duale Hochschule Baden-Württemberg,
  • Europäische Fachhochschule Rhein/ Erft,
  • Fachhochschule Aachen,
  • Fachhochschule der Diakonie (mit mehreren Standorten),
  • Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) (mit mehreren Standorten),
  • Fachhochschule Köln,
  • Fachhochschule Münster ,
  • Fachhochschule Südwestfalen,
  • Hochschule für angewandtes Management (mit mehreren Standorten),
  • Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft HMKW (mit mehreren Standorten),
  • Hochschule für Technik und Wirtschaft (Saarbrücken),
  • Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (Leipzig),
  • Hochschule für Wirtschaft, Technik und Kultur (HWTK) (Berlin),
  • Hochschule Heilbronn,
  • Hochschule Kaiserslautern,
  • Hochschule München,
  • Hochschule Niederrhein,
  • Hochschule RheinMain,
  • Hochschule Ruhr West,
  • Hochschule Trier,
  • Hochschule Wismar,
  • Hochschule Zittau/ Görlitz,
  • Internationale Hochschule (mit mehreren Standorten),
  • Jade Hochschule Wilhelmshaven,
  • MSH Medical School Hamburg,
  • Ostbayerische Technische Hochschule,
  • Ostfalia Hochschule,
  • Steinbeis Hochschule (Berlin),
  • Technische Hochschule Mittelhessen,
  • Westsächsische Hochschule (Zwickau)

sowie viele weitere Hochschulen mit enger Bindung an Unternehmen und gesellschaftliche Institutionen.

Studienprogramme der dualen Hochschulen

Die Schwerpunkte der Studienangebote für ein duales Studium an einer spezialisierten Hochschule liegen in den Fachbereichen

  • Elektroingenieurwesen,
  • Geoinformatik,
  • Informatik,
  • Maschinenbau,
  • Medizintechnik,
  • Wirtschaftsinformatik,
  • Wirtschaftsingenieurwesen und
  • Wirtschaftsrecht.

Ebenso wie in den etwas seltener vertretenen Fachbereichen wie beispielsweise

  • Anglistik,
  • Landschaftsarchitektur,
  • Pädagogik,
  • Soziologie oder
  • Weinbau

gibt es auch in den generell stark nachgefragten Disziplinen zahlreiche Studienprogramme im Bachelorstudium und einige Studienangebote im Masterstudium.

Fazit der Redaktion

Vergleichen Sie sorgfältig die Studienprogramme der spezialisierten Hochschulen, um präzise die zu Ihrem Wunschprofil passenden Studieninhalte sowie die optimale Gewichtung von Theorie und Praxis zu finden.

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