Ein duales Masterstudium richtet sich an Studieninteressierte, die bereits über erste berufliche Erfahrungen oder eine akademische Erstausbildung verfügen.

Die im grundständigen Ausbildungsbereich typischen Vor- und Nachteile im Hinblick auf finanzielle Sicherheit und eine Doppelbelastung sind den positiven und negativen Nebeneffekten einer Weiterbildung im dualen Studium vergleichbar.

Mit rund 100 Studienangeboten sind die Angebote für ein duales Masterstudium gegenüber der grundständigen Ausbildung, bei der eine Lehre mit einem Basisstudium im Bachelorbereich kombiniert wird, deutlich in der Minderheit.

Studieninteressierte müssen davon ausgehen, dass die Auswahlverfahren der Hochschulen in allen dualen Studienprogrammen des breiten Spektrums im weiterführenden Studium vergleichsweise anspruchsvoll sind.

Hochwertige Qualifikation als Studienberechtigung

Als Zulassungsvoraussetzungen für das duale Masterstudium gelten im Normalfall dieselben Vorbedingungen, die für ein Vollzeit- oder Teilzeithochschulstudium zum Erreichen des Mastergrades gelten:

  • ein abgeschlossenes Erststudium oder
  • eine abgeschlossene Berufsausbildung mit einer einschlägigen und mehrjährigen

Berufserfahrung.

Darüber hinaus müssen Studieninteressierte bei der Studienbewerbung einen Arbeitsvertrag mit einem Unternehmen belegen, das die parallel oder abwechselnd zur beruflichen Aufgabenerfüllung obligatorischen Hochschulphasen unterstützt.

Da die Hochschulen, die das duale Masterstudium anbieten, die zur Verfügung stehenden Studienplätze für das duale Masterstudium im örtlichen Auswahlverfahren vergeben, sollten alle Studieninteressierten sich zeitnah zur Studienbewerbung auf den Webseiten der Wunschhochschule über

  • die Bewerbungsfristen und den Studienbeginn,
  • die notwendigen Bewerbungsunterlagen,
  • die Art und den Umfang der zu belegenden Berufserfahrungen sowie
  • besondere Eignungsprüfungen

informieren. Außerdem können in einigen Fällen Nachweise mindestens guter Englischkenntnisse für die Zulassung zum Studium notwendig sein, da eine Reihe der berufsbegleitend oder berufsintegrierend konzipierten dualen Masterstudiengänge eine internationale Ausrichtung besitzen. Die Unterrichtssprache in diesen Programmen ist im akademischen Teil mindestens zum Teil Englisch.

Fach- und Persönlichkeitsbildung im dualen Masterstudium

Die Doppelbelastung bei einem dualen Masterstudium ist nicht zu unterschätzen. Den daraus resultierenden Nachteilen wie

  • hohe Anforderungen an die Koordinierung des dualen Studiums mit dem Familienleben,
  • wenig Freizeit mit potentiell negativen Folgen für die Gesundheit und
  • einer immensen Abhängigkeit vom Arbeitgeber

stehen allerdings auch Vorteile gegenüber. Besonders bei einer längerfristigen Betrachtung fallen positive Faktoren wie

  • für einen konkreten Bedarf zusammengestellte Studieninhalte,
  • enge Kooperationen zwischen Hochschulen und Unternehmen,
  • personengebundene Synergien und
  • verbesserte Möglichkeiten für das berufliche Networking

ins Gewicht. Die durch ein Studium nachhaltig trainierten Soft Skills zahlen sich in den meisten Fällen im Verlauf der späteren Karriere als Argumente bei Höherstufungen, Auszeichnungen und Bewerbungen aus.

Fächerspektrum für das duale Masterstudium

Die etwa 100 Studiengänge für ein duales Masterstudium [Stand: Februar 2015] bieten ein breites Spektrum an Themenschwerpunkten für eine zugleich anwendungs- und theorieorientierte Qualifikation. Zur Vielfalt an Studienmöglichkeiten gehören

  • verschiedene Schwerpunkte im Fachbereich Maschinenbau,
  • viele Studienprogramme im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen,
  • unterschiedliche Qualifikation aus der Fakultät für Informatik,
  • mehrere Qualifikationen mit technischen oder ökonomischen Ausrichtungen für das Gesundheitswesen,
  • Teilbereiche der Fachrichtung Psychologie,
  • ausgefallene Vertiefungsstudien mit soziologischer Schwerpunktsetzung sowie
  • zahlreiche Angebote mit unterschiedlichen Managementthemen wie beispielsweise
  • Bildungsmanagement,
  • Energiewirtschaft,
  • Entrepreneurship,
  • Gesundheitsmanagement,
  • International Management,
  • Marketing,
  • Medienmanagement,
  • Personalmanagement,
  • Projektmanagement,
  • Steuerwesen,
  • Tourismusmanagement und
  • Unternehmensführung.

Grundsätzlich schließen Studierende das duale Masterstudium nach zwei bis sechs Semestern mit einem der aus dem Präsenzstudium bekannten Mastergrade ab. So sind

  • der Master of Arts (M. A.),
  • der Master of Science (M. Sc.),
  • der Master of Engineering (M. Eng.) sowie
  • der Master of Business Administration (MBA)
  • häufige Mastergrade, die in einem Studium mit überdurchschnittlich hohem Praxisanteil erworben werden können. In medizinischen und psychologischen Studiengängen ist außerdem der Abschluss mit dem Staatsexamen möglich.

    Tipp der Redaktion

    Klären Sie bei einem anstehenden Arbeitsplatzwechsel frühzeitig mit Ihrem angehenden Arbeitgeber, ob und welche Möglichkeiten der Unterstützung das Unternehmen im Fall eines dualen Masterstudiums bietet.

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