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Analog zum dualen Ausbildungssystem, für das Deutschland seit Jahrzehnten international hoch angesehen ist, hat sich in den vergangenen Jahren ergänzend das duale Studium als Verknüpfung theoretischer und praktischer Lerninhalte weiterentwickelt.

Weit mehr als 1000 duale Studienangebote im Bachelor- und im Masterstudium sind aktuell [Stand: Februar 2015] recherchierbar. Das Spektrum reicht (alphabetisch) von Agrartechnik bis Zentralbankwesen. Nach dem Abschluss der Schule mit einer Hochschulzugangsberechtigung, das heißt mit

  • dem Abitur,
  • der fachgebundenen Hochschulreife oder
  • der Fachhochschulreife,

steht mit der aus praktischen und theoretischen Lerninhalten kombinierten Ausbildungsform des dualen Studiums neben den klassischen Möglichkeiten einer Lehrausbildung oder eines klassischen Präsenzstudiums eine attraktive Alternative zu Wahl.

Auch in anderen Karriereabschnitten ist mit einem dualen Studium, das im Bereich der Weiterbildung auch berufs- oder praxisintegrierend konzipiert sein kann, eine intensive und vielseitige Form der beruflichen Qualifikation zur Verfügung.

Umfassende Lernerfahrung in verschiedenen Perspektiven

Die Verknüpfung von theoretischen und praktischen Aspekten eines gewählten Themenfelds ist durch die Anwendung verschiedener Lernformen zu erschließen. Aus den im Wechsel zu absolvierenden

  • anwendungsbezogenen Lerneinheiten im Betrieb und der
  • abstrakt aufgebauten Vermittlung von grundlegendem Hintergrundwissen an der Hochschule

ergeben sich neben dem Synergieeffekt für das Verständnis von Zusammenhängen und einer nachhaltigen Verfestigung des Erlernten zusätzliche Lerneffekte:

  • Flexibilität,
  • Anpassungsfähigkeit und
  • Mobilität in intellektueller und räumlicher Hinsicht

sind nur ein Ausschnitt der Soft Skills, die implizit in das Bildungsspektrum eines dualen Studiums integriert sind.

Auch die variablen Auswirkungen auf das persönliche Zeitmanagement, die einerseits von den Gegebenheiten eines Wirtschaftsbetriebs und andererseits von den etwas freieren Gestaltungsmöglichkeiten des studentischen Lernens beeinflusst werden, formen die persönliche Professionalität der Studierenden.

Die verschiedenen Implikationen für das Lernen sind nicht zuletzt abhängig vom gewählten Modell des dualen Studiums.

Als Ersatz für eine klassische Berufsausbildung oder ein grundständiges Studium ist das ausbildungsintegrierende duale Studium eine Alternative, die verschiedene Lernstile kombiniert.

So können die unterschiedlichen beim individuellen Lernprozess wichtigen Sinneseindrücke durch

  • hören,
  • lesen,
  • beobachten und
  • fühlen

des jeweils neuen Themas abwechselnd für den Aufbau der eigenen professionellen Kompetenzen eingesetzt werden.

Die Entscheidung, welche Prioritäten für die Karriere gesetzt werden sollen, und ob eine operative oder administrative Tätigkeit den persönlichen Begabungen eher entgegenkommt, kann auf die Zeit nach dem ersten berufsbildenden Abschluss (anerkannter Lehrberuf und Bachelorgrad) verschoben werden.

Im Normalfall haben Studierende im praxis- oder berufsintegrierenden Studium, das gelegentlich explizit als berufsbegleitendes Studium angelegt ist, mit graduell anderen Lernformen zu tun. Diese Formen des dualen Studiums sind stärker auf die Anwendung

  • des erarbeiteten Wissens oder
  • der beruflich relevanten Fertigkeiten für das Verstehen

ausgerichtet. Das in einem didaktisch sinnvollen Rhythmus abwechselnde Lernen in praktischen und theoretischen Lerneinheiten im Unternehmen und an der Hochschule dient

  • der Vertiefung bestimmter Themenkomplexe,
  • der Verfestigung der Wissensbasis sowie
  • der Ergänzung des vorhandenen Kompetenzprofils.

Auch in diesem Bereich des dualen Studiums ist mit dem Abschluss des kombinierten Lernens die Ausrichtung auf spätere Tätigkeitsschwerpunkte nach fundierter Auswertung der verschiedenen Lern- und Studienerfahrungen sowie ohne anschließenden Praxisschock zu treffen.

Finanzielle Implikationen eines dualen Studiums

Im Zusammenhang mit der Finanzierung des grundständigen oder weiterbildenden Studiums bedeutet die Entscheidung für ein duales Studium eine weitgehende Unabhängigkeit von privaten oder staatlichen Unterstützungsleistungen.

Eine Ausnahme kann sich in seltenen Fällen in der ausbildungsintegrierenden Studienvariante ergeben, wenn das Ausbildungsentgelt nicht ausreicht, die Studien- und Lebenshaltungskosten zu decken.

Dann können im Einzelfall Mittel nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (Bafög) oder andere Transferleistungen beantragt werden. Das regelmäßige Einkommen, dessen Höhe im Normalfall kalkulierbar ist, ist jedoch besonders bei den berufsintegrierenden Studienprogrammen des dualen Studiums ein wichtiger Sicherheitsaspekt und zugleich ein finanzieller Vorteil im Vergleich zum klassischen Vollzeitstudium an einer Präsenzhochschule.

Weitere, insbesondere nicht-monetäre Vergünstigungen wie Urlaubs- oder Teilzeitregelungen, die das berufsbegleitende duale Studium erleichtern, müssen meistens mit dem Arbeitgeber individuell abgesprochen werden.

Studierende, die sich für eines der verschiedenen Studienmodelle des dualen Studiums entscheiden, gelten rechtlich im Regelfall als sozialversicherungspflichtige Angestellte des jeweiligen Unternehmens.

Damit entfällt die Möglichkeit, sich für die kostengünstigere studentische Krankenversicherung zu entscheiden. Weitere Vorteile und Sonderkonditionen, die mit dem Studierendenausweis häufig erhältlich sind, sind privatrechtlich geregelt und unterliegen den jeweiligen Anbietern, die für Studierende gelegentlich Produktrabatte und reduzierte Dienstleistungsentgelte einräumen.

Tipp der Redaktion

Nutzen Sie vor der endgültigen Entscheidung für ein duales Studium besonders die Möglichkeit, sich bei Absolventinnen und Absolventen in Alumninetzwerken dieser Studienprogramme nach persönlichen Erfahrungen zu erkundigen.

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